Alopecia Areata |
||
Alopecia areata ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung (ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland) und kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei das zweite und dritte Lebensjahrzehnt bevorzugt sind. Typischerweise liegen am behaarten Kopf eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Daher spricht man auch von kreisrundem Haarausfall. Im Randbereich findet man häufig sogenannte „Ausrufezeichen-Haare“. Dies sind kurz abgebrochene Haare, die an ihrem Ende immer dünner werden. Die Kahlstellen sind glatt, eingesunken, nichtschuppend, und die Haarfollikel bleiben erhalten. Häufig bestehen zusätzlich Veränderungen der Fingernägel mit Grübchen, Rillen oder sandpapierartigen Aufrauhungen. Bisher liegen die genauen Ursachen dieser Krankheit noch im Dunkeln. Man nimmt an, dass Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten (Störung des Immunsystems/Autoimmunreaktion). Die Haare werden somit vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und deshalb abgestoßen. Dies geschieht, indem zunächst eine Entzündungsreaktion entsteht, die das Haarwachstum stört und schließlich zum Ausfallen des Haares führt. Bei vielen Menschen wachsen diese kahlen Stellen auch ohne Behandlung wieder zu und sind daher lediglich zeitlich begrenzt. Jedoch kann der Haarausfall auch weiter fortschreiten und zum Verlust aller Kopfhaare (Alopecia totalis) oder auch zum Verlust aller Körperhaare (Alopecia universalis) führen. Eine psychische Auslösung hat sich in Studien bisher nicht nachweisen lassen. Obwohl es Studien gibt, die auf einen Zusammenhang zwischen Stress unter Alopecia areata hinweisen, ist die Theorie, dass Alopecia areata durch Stress ausgelöst wird, spekulativ und wird sehr kontrovers diskutiert. Eine gewisse Vererbungskomponente mag vorliegen, da über eine familiäre Häufung in 10–25 % der Fälle berichtet wird. Folgende Methoden werden meistens angewendet, um den Stand der Alopecia areata festzustellen: * Kopfhautbiopsie: ein wenig Kopfhaut wird entnommen und untersucht * Trichogramm: mind. 50 Haare werden ausgerissen und dann untersucht Eine Sonderform der Alopecia areata ist die Alopecia areata atropicans, welche auch Pseudopelade Brocq genannt wird. Sie tritt besonders bei Frauen zwischen 30 und 55 Jahren auf und beginnt schleichend mit kleinen haarlosen Flecken und geröteter, glänzender Haut. Der Haarverlust ist hierbei – im Gegensatz zur häufigen Wiederbehaarung bei der normalen Alopecia areata – langsam und fortschreitend und nicht reversibel, da es hierbei zu einer herdförmigen Zerstörung der Haaranlagen kommt. Behandlungserfolge bei kreisrundem Haarausfall: Der kreisrunde Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung. Die körpereigene Abwehr wendet sich gegen die eigenen Haarfollikel und lässt die Haare ausfallen. Man behandelt den kreisrunden Haarausfall mit einer topischen Immuntherapie. Dabei löst eine Chemikalie eine Allergie aus, lenkt das Immunsystem ab und stoppt so den Haarausfall. Jeder Mensch reagiert auf Diphenylcyclopropenon, kurz DCP, allergisch. DCP ist nicht als Medikament zugelassen und daher meist nur über Hautkliniken erhältlich. Hautärzte überwachen die Therapie genau, und die DCP-Konzentration wird exakt eingestellt. Während der Behandlung können die Lymphknoten anschwellen und Pigmentveränderungen entstehen. DCP ist keine riskante Substanz, die Therapie kostet den Patienten jedoch nicht nur Zeit und Geduld, sondern ihm entstehen auch Kosten (ca. 25 € je Behandlung), die meist nicht von den Krankenkassen getragen werden [2]. Die Therapie muss jede Woche durchgeführt werden. Dabei entsteht ein Jucken, die Kopfhaut rötet und schuppt sich. Die Erfolgsquote liegt für Patienten mit kreisrundem Haarausfall bei bis zu 60 Prozent. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte PUVA-Therapie mit ultravioletten Strahlen bestimmter Wellenlänge in Kombination mit Psoralen, einem Medikament, das die Haut lichtempfindlicher macht. Die Expertenmeinungen zu dieser Methode gehen auseinander, zumal ihre langfristige Anwendung das Risiko erhöht, an Hautkrebs zu erkranken. PUVA wird daher nur noch selten angewendet. Derzeit forschen Wissenschaftler an spezifisch wirkenden Immunsuppressiva, also Substanzen, die Allergien und Autoimmunerkrankungen gezielt unterdrücken. Es ist denkbar, dass man eines Tages auch einen Wirkstoff findet, der bei kreisrundem Haarausfall hilft und kaum Nebenwirkungen hat. Ein weiterer Ansatzpunkt für Mediziner sind spezielle Östrogenrezeptorblocker. Diese Substanzen werden derzeit erforscht. |
|
|
Leiden Sie nicht länger bei Haarausfall! |
||
(C) 2008 - Alle Rechte vorbehalten |
||